Inhalt (9 Abschnitte)
- PKV als Gesellschafter-Geschäftsführer: Zuerst zählt der Status
- Ab 50 % oder mit Sperrminorität: Was „freie Wahl“ wirklich heißt
- Was kostet die PKV im Vergleich zur freiwilligen GKV?
- Kein Arbeitgeberzuschuss: Was das für deine Rechnung heißt
- Krankentagegeld: die Lücke im Geschäftsführervertrag
- Wechsel in die PKV: Fristen, Reihenfolge, Statusrisiko
- Familie, Alter, Rückweg: die Rechnung über 30 Jahre
- Drei Gesellschafter-Geschäftsführer, drei Ergebnisse
- Checkliste vor dem Wechsel in die PKV
- Gesellschafter-Geschäftsführer mit mindestens 50 % des Stammkapitals oder einer umfassenden Sperrminorität im Gesellschaftsvertrag sind nach der Rechtsprechung meist selbstständig und dürfen in die PKV (BSG, 14.03.2018) – verbindlich entscheidet die DRV Bund.
- Selbstständige Gesellschafter-Geschäftsführer bekommen keinen gesetzlichen Arbeitgeberzuschuss nach § 257 SGB V; den PKV-Beitrag zahlen sie selbst.
- In der freiwilligen GKV zahlen sie auf alle Einnahmen bis zur Bemessungsgrenze, 2026 höchstens 1.261,31 € im Monat (kinderlos, mit Krankengeld), 2027 laut Kabinettsbeschluss 1.402,50 €.
- Rundum-Tarife der PKV kosteten 35-Jährige 649 bis 1.137 € im Monat (Finanztest 3/2025) – unabhängig vom Einkommen, aber abhängig von Alter, Gesundheit und Tarif.
- Ohne Wahlerklärung gibt es in der GKV kein Krankengeld; in der PKV brauchst du ein eigenes Krankentagegeld, passend zur Gehaltsfortzahlung im Geschäftsführervertrag.
In die PKV darf ein Gesellschafter-Geschäftsführer ohne Einkommensgrenze, wenn er sozialversicherungsrechtlich selbstständig ist – nach der Rechtsprechung meist ab 50 % des Stammkapitals oder mit einer umfassenden Sperrminorität im Gesellschaftsvertrag (BSG, 14.03.2018). Einen gesetzlichen Arbeitgeberzuschuss gibt es dann nicht; den Beitrag zahlst du selbst. Zum Vergleich: In der freiwilligen GKV zahlst du 2026 bis zu 1.261,31 € im Monat (kinderlos, mit Krankengeld), Rundum-Tarife der PKV kosteten 35-Jährige 649 bis 1.137 € (Finanztest 3/2025).
PKV als Gesellschafter-Geschäftsführer: Zuerst zählt der Status
Ob du als Gesellschafter-Geschäftsführer in die private Krankenversicherung darfst, hängt nicht von deinem Titel ab, sondern davon, ob du in deiner eigenen GmbH abhängig beschäftigt bist. Das klingt paradox, ist aber Alltag: Das Sozialversicherungsrecht fragt nach § 7 Abs. 1 SGB IV, ob jemand nach Weisungen arbeitet und in eine fremde Arbeitsorganisation eingegliedert ist. Beim Geschäftsführer kommt es darauf an, ob er Beschlüsse der Gesellschafterversammlung, die ihm nicht passen, rechtlich verhindern kann.
Das Bundessozialgericht hat in seinen Urteilen vom 14.03.2018 (B 12 KR 13/17 R und B 12 R 5/16 R) klargestellt: Entscheidend ist die im Gesellschaftsvertrag verankerte Rechtsmacht. Familienbande, Branchenwissen oder die gelebte Praxis, dass „niemand reinredet“, reichen nicht. Die folgende Übersicht fasst die typischen Konstellationen zusammen – als Orientierung, nicht als Entscheidung über deinen Fall.
| Konstellation | Spricht in der Regel für | Folge für die Krankenversicherung |
|---|---|---|
| Anteil über 50 % | selbstständige Tätigkeit | freie Wahl: freiwillige GKV oder PKV, kein gesetzlicher Zuschuss |
| Anteil genau 50 % | regelmäßig selbstständige Tätigkeit (Beschlüsse gegen dich sind nicht möglich) | wie oben |
| Unter 50 % mit umfassender Sperrminorität im Gesellschaftsvertrag | selbstständige Tätigkeit | wie oben |
| Unter 50 % ohne umfassende Sperrminorität | Beschäftigung | pflichtversichert bis 77.400 € Jahresentgelt, darüber Wahl mit Zuschuss |
| Vetorecht nur im Anstellungsvertrag, Stimmbindungsvertrag, Treuhand | ohne Bedeutung für den Status | es bleibt bei der Einordnung nach dem Gesellschaftsvertrag |
Wo du ungefähr stehst, zeigt der GmbH-Status-Check in zwei Minuten. Die Grundlagen zu allen Geschäftsführer-Typen erklärt der Ratgeber Krankenversicherung als GmbH-Geschäftsführer.
Ab 50 % oder mit Sperrminorität: Was „freie Wahl“ wirklich heißt
Hältst du mindestens die Hälfte des Stammkapitals, kann die Gesellschafterversammlung nichts gegen deinen Willen beschließen. Unter 50 % brauchst du dafür eine Sperrminorität, die im Gesellschaftsvertrag steht und sich auf alle Angelegenheiten der Gesellschaft erstreckt – eine „echte“ oder „qualifizierte“ Sperrminorität. Eine Sperrminorität, die nur bestimmte Beschlüsse betrifft, etwa Satzungsänderungen, genügt nach der Rechtsprechung nicht. Ebenso wenig ein Vetorecht, das nur im Anstellungsvertrag steht, oder ein Stimmbindungsvertrag außerhalb des Gesellschaftsvertrags: Solche Abreden lassen sich kündigen und schaffen deshalb keine dauerhafte Rechtsmacht.
Trifft eine dieser Konstellationen auf dich zu, spricht das häufig für eine selbstständige Tätigkeit. Dann bist du nicht versicherungspflichtig und entscheidest selbst zwischen zwei Wegen:
Freiwillige GKV
Beitrag auf alle Einnahmen zum Lebensunterhalt: Geschäftsführergehalt, Gewinnausschüttungen, Mieten (§ 240 SGB V). Mindestens auf 1.318,33 €, höchstens auf 5.812,50 € im Monat (2026). Partner mit wenig Einkommen und Kinder können beitragsfrei mitversichert sein.
Private Krankenversicherung
Beitrag nach Eintrittsalter, Gesundheit und Tarif, nicht nach Einkommen. Leistungen laut Vertrag, Krankentagegeld frei wählbar bis zum Nettoeinkommen. Jedes Familienmitglied braucht einen eigenen Vertrag, dazu kommt die private Pflegepflichtversicherung.
Wichtig für die Praxis: Wirst du als geschäftsführender Gesellschafter zur Sozialversicherung angemeldet, muss deine Krankenkasse als Einzugsstelle das Statusfeststellungsverfahren bei der Deutschen Rentenversicherung Bund beantragen (§ 7a Abs. 1 Satz 2 SGB IV). Bist du dagegen gar nicht angemeldet, weil ihr von Selbstständigkeit ausgeht, kannst du den Antrag selbst stellen. Wie das Verfahren läuft, steht im Ratgeber Statusfeststellung für Geschäftsführer.
Was kostet die PKV im Vergleich zur freiwilligen GKV?
In der freiwilligen GKV zahlst du als selbstständiger Gesellschafter-Geschäftsführer den vollen Beitrag allein – auf alle Einnahmen bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 € im Monat (2026). Mit Krankengeld-Wahlerklärung, kinderlos und dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 % sind das rund 21,7 % deiner Einnahmen. Wer an der Grenze liegt, zahlt 2026 1.261,31 € im Monat; 2027 sind es laut Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026 1.402,50 € (Zustimmung des Bundesrats ausstehend, Zusatzbeitrag als Annahme).
Die PKV rechnet anders: Dein Beitrag hängt von Alter, Gesundheitszustand bei Vertragsbeginn, Selbstbeteiligung und Leistungsumfang ab. Stiftung Warentest fand in Finanztest 3/2025 unter 1.245 Tarifkombinationen 384, die einen Rundum-Schutz mit höchstens 660 € Selbstbeteiligung im Jahr bieten; für 35-Jährige kosteten sie 649 bis 1.137 € im Monat. Seitdem haben laut PKV-Verband rund 60 % der Versicherten zum 01.01.2026 eine Beitragsanpassung von im Schnitt etwa 13 % erhalten.
GKV-Beitrag für Selbstständige nach Einkommen
Kranken- und Pflegeversicherung pro Monat, mit Krankengeld (Wahlerklärung), kinderlos, Zusatzbeitrag 2,9 %
Eigene Berechnung nach § 240 SGB V: Mindestbemessung 1.318,33 € (2026) bzw. 1.376,67 € (2027), Beitragsbemessungsgrenze 5.812,50 € bzw. 6.375 €; 14,6 % + 2,9 % Zusatzbeitrag + Pflege 4,2 % (2026) bzw. 4,5 % (2027, Kabinettsentwurf). 2027-Werte laut Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026, Bundesrat ausstehend. PKV-Richtwert: günstigster empfehlenswerter Tarif für 35-Jährige, Finanztest 3/2025 (649 bis 1.137 €).
| Einnahmen pro Monat | GKV 2026 mit Krankengeld | GKV 2026 ohne Krankengeld | GKV 2027 mit Krankengeld | PKV, 35 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| 3.000 € | 651,00 € | 633,00 € | 660,00 € | 649 bis 1.137 €, je nach Tarif – unabhängig vom Einkommen |
| 4.000 € | 868,00 € | 844,00 € | 880,00 € | |
| 5.000 € | 1.085,00 € | 1.055,00 € | 1.100,00 € | |
| ab 5.812,50 € (2027: ab 6.375 €) | 1.261,31 € | 1.226,44 € | 1.402,50 € |
Was die GKV bei deinem Einkommen konkret kostet, rechnet der Gründer-KV-Rechner für 2026 und 2027 – auf Wunsch neben deinem PKV-Angebot.
Kein Arbeitgeberzuschuss: Was das für deine Rechnung heißt
Angestellte über der Versicherungspflichtgrenze bekommen vom Arbeitgeber die Hälfte ihres PKV-Beitrags, 2026 höchstens 613,22 € im Monat inklusive Pflege (§ 257 SGB V). Dieser Anspruch setzt eine Beschäftigung voraus. Als selbstständiger Gesellschafter-Geschäftsführer bist du kein Beschäftigter – du hast deshalb keinen gesetzlichen Anspruch auf diesen Zuschuss. Nur ein gesetzlich geschuldeter Zuschuss ist nach § 3 Nr. 62 EStG steuerfrei.
Ob die GmbH dir dennoch einen Teil des Beitrags erstatten kann und wie das steuerlich zu behandeln ist – etwa als Teil deiner Vergütung, mit dem Risiko einer verdeckten Gewinnausschüttung, wenn nichts klar im Voraus vereinbart ist –, ist eine Frage für deinen Steuerberater. Wir behandeln das Thema nur allgemein im Ratgeber Zuschuss der GmbH zur privaten Krankenversicherung. Für deine Kalkulation heißt das: Vergleiche den vollen PKV-Beitrag mit dem vollen GKV-Beitrag. Ein Vergleich mit dem halben Beitrag eines Angestellten führt in die Irre.
Nicht „auf Verdacht“ als Arbeitnehmer behandeln.Zahlt die GmbH Sozialversicherungsbeiträge oder einen „Arbeitgeberzuschuss“, obwohl du nicht beschäftigt bist, oder umgekehrt nichts, obwohl du es bist, drohen Korrekturen – teils rückwirkend. Kläre den Status, bevor du den Krankenversicherungsvertrag festzurrst.
Krankentagegeld: die Lücke im Geschäftsführervertrag
Fällst du länger aus, hilft dir zunächst nur, was dein Geschäftsführervertrag regelt. Viele Verträge sehen eine Gehaltsfortzahlung für einige Wochen vor; danach endet sie, und die GmbH muss womöglich jemanden bezahlen, der deine Aufgaben übernimmt. In der freiwilligen GKV gibt es für dich als hauptberuflich Selbstständigen Krankengeld nur mit Wahlerklärung, und zwar ab der siebten Woche (§§ 44, 46 SGB V) – 70 % der Bemessung, 2026 höchstens 135,63 € pro Tag.
In der PKV vereinbarst du ein Krankentagegeld. Es darf zusammen mit anderen Krankentagegeldern dein Nettoeinkommen aus der beruflichen Tätigkeit je Kalendertag nicht übersteigen (§ 4 Abs. 2 MB/KT). Den Leistungsbeginn – die Karenzzeit – stimmst du auf die Gehaltsfortzahlung ab: Zahlt die GmbH sechs Wochen weiter, reicht ein Krankentagegeld ab dem 43. Tag. Achtung: Ein Krankentagegeld ohne gesetzlichen Anspruch auf Arbeitgeberzuschuss kann der Versicherer in den ersten drei Jahren ordentlich kündigen (§ 206 Abs. 1 VVG). Für 150 € pro Tag ab dem 29. Tag zahlten 35-jährige Selbstständige laut Stiftung Warentest 76 bis 150 € im Monat (15.06.2026).
Den passenden Tagessatz und die Karenzzeit rechnet der Krankentagegeld-Rechner; die Grundlagen stehen im Ratgeber Krankentagegeld für Selbstständige.
Wechsel in die PKV: Fristen, Reihenfolge, Statusrisiko
Wie du in die PKV kommst, hängt davon ab, wie du vorher versichert warst:
Du kommst aus einer Anstellung
Endet deine Pflichtversicherung, läuft die GKV automatisch als freiwillige Mitgliedschaft weiter (§ 188 Abs. 4 SGB V). Für den direkten Wechsel in die PKV hast du zwei Wochen ab Zugang des Hinweises deiner Krankenkasse; die PKV muss lückenlos am Folgetag beginnen.
Du bist schon freiwillig versichert
Dann geht es nur per Kündigung: Sie wirkt zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats, wenn du bis dahin die neue Absicherung nachweist (§ 175 Abs. 4 SGB V). Ein Krankengeld-Wahltarif bindet drei Jahre.
Dein Status ist noch offen
Stellt die DRV eine Beschäftigung fest und liegst du unter der Versicherungspflichtgrenze, wirst du pflichtversichert. Die PKV kannst du dann binnen drei Monaten rückwirkend kündigen (§ 205 Abs. 2 VVG).
Ein Schutzmechanismus für Neugründungen: Stellst du den Statusantrag innerhalb eines Monats nach Aufnahme der Tätigkeit und stellt die DRV eine Beschäftigung fest, beginnt diese erst mit Bekanntgabe der Entscheidung – wenn du zustimmst und in der Zwischenzeit gegen Krankheit und fürs Alter abgesichert warst (§ 7a Abs. 5 SGB IV). Die Fristen ab deinem Startdatum zeigt der Fristenrechner.
Familie, Alter, Rückweg: die Rechnung über 30 Jahre
Die PKV ist eine Entscheidung auf lange Sicht. Vier Punkte gehören in jede Rechnung eines Gesellschafter-Geschäftsführers:
- Familie: In der GKV sind Kinder und ein Partner mit höchstens 565 € Gesamteinkommen im Monat (2026) oft beitragsfrei familienversichert. In der PKV zahlt jede Person einen eigenen Beitrag.
- Beiträge im Alter: Der PKV-Beitrag sinkt mit dem Ruhestand nicht automatisch. Einen Zuschuss der Rentenversicherung gibt es nur auf eine gesetzliche Rente – hast du als selbstständiger Gesellschafter-Geschäftsführer kaum Rentenanwartschaften, fällt er klein aus. Plane Rücklagen oder Entlastungsbausteine ein.
- Rückweg in die GKV: Zurück führt in der Regel nur eine neue Versicherungspflicht, etwa eine Beschäftigung unter der Grenze. Ab 55 ist der Weg meist versperrt, wenn du in den fünf Jahren davor nicht gesetzlich versichert warst und mindestens die Hälfte davon versicherungsfrei oder hauptberuflich selbstständig (§ 6 Abs. 3a SGB V).
- Gesundheitsprüfung: Der Versicherer prüft deinen Gesundheitszustand beim Antrag. Eine anonyme Risikovoranfrage über einen Makler zeigt vorab, zu welchen Bedingungen du angenommen wirst.
Die Grundsatzfrage für alle Selbstständigen behandelt GKV oder PKV für Selbstständige; die Variante für deinen Fall zeigt der Ratgeber freiwillige Krankenversicherung für Gesellschafter-Geschäftsführer.
Drei Gesellschafter-Geschäftsführer, drei Ergebnisse
Die Beispiele gelten für 2026, kinderlos, Zusatzbeitrag 2,9 %. Der Status ist jeweils angenommen; die PKV-Beiträge sind Annahmen innerhalb der Finanztest-Spanne, keine Angebote.
Alleingesellschafterin, 34 Jahre, 7.500 € Gehalt
Mit 100 % ist sie nach der Rechtsprechung selbstständig. In der freiwilligen GKV zahlt sie den Höchstbeitrag von 1.261,31 € (mit Krankengeld). Ein Rundum-Tarif für angenommene 700 € im Monat läge auch mit Krankentagegeld ab dem 43. Tag voraussichtlich darunter. Weil sie Single ist und dauerhaft gut verdient, spricht viel für die PKV – vorausgesetzt, sie wird ohne Zuschlag angenommen und legt einen Teil der Differenz fürs Alter zurück.
Zwei Gründer mit je 50 %, 41 Jahre, 4.000 € Gehalt, zwei Kinder
Beide gelten in der Regel als selbstständig. In der GKV zahlt der verheiratete Gründer mit Krankengeld 834,00 € im Monat (4.000 € × 20,85 %: 14,6 % + 2,9 % + Pflege 3,35 % mit Abschlag für das zweite Kind unter 25); seine Frau mit Minijob und die Kinder sind familienversichert. In der PKV bräuchten vier Personen eigene Verträge. Hier ist die GKV oft die bessere Wahl, zumal das Gehalt in der Aufbauphase schwanken kann.
Minderheitsgesellschafter mit 25 % ohne Sperrminorität, 90.000 € im Jahr
Für ihn spricht vieles für eine Beschäftigung. Weil sein Jahresentgelt über 77.400 € liegt, ist er versicherungsfrei und darf in die PKV – mit Arbeitgeberzuschuss bis 613,22 €. Für ihn gelten die Regeln aus dem Ratgeber Krankenversicherung für Fremdgeschäftsführer.
Checkliste vor dem Wechsel in die PKV
- Gesellschaftsvertrag prüfen: Kapitalanteil, Stimmrechte, Sperrminorität für alle Angelegenheiten?
- Statusfeststellung beantragt oder abgeschlossen? Bescheid der DRV Bund abwarten oder Absicherung nach § 7a Abs. 5 SGB IV sicherstellen.
- Fristen notieren: zwei Wochen ab Kassen-Hinweis oder Kündigung zum Ende des übernächsten Monats.
- GKV-Beitrag auf alle Einnahmen gegen PKV-Angebote mehrerer Versicherer rechnen – für dich und deine Familie.
- Krankentagegeld auf die Gehaltsfortzahlung im Geschäftsführervertrag abstimmen.
- Zuschuss und Steuer nur mit dem Steuerberater klären.
Deine Fristen, deinen GKV-Beitrag 2026/2027 neben dem PKV-Richtwert und deine Krankentagegeld-Lücke siehst du im kostenlosen Gründer-KV-Check – ohne Gesundheitsfragen. Fachbegriffe wie Sperrminorität und Statusfeststellungsverfahren erklärt das Lexikon.
Häufige Fragen
Kann ein Gesellschafter-Geschäftsführer in die private Krankenversicherung?
Ja, wenn er nicht abhängig beschäftigt ist – das ist nach der Rechtsprechung in der Regel der Fall, wenn er mindestens 50 % des Stammkapitals hält oder eine umfassende Sperrminorität im Gesellschaftsvertrag hat. Ist er dagegen beschäftigt, darf er nur bei einem Jahresarbeitsentgelt über der Versicherungspflichtgrenze (77.400 € im Jahr 2026) in die PKV. Verbindlich entscheidet die Deutsche Rentenversicherung Bund (§ 7a SGB IV).
Haben Gesellschafter-Geschäftsführer Anspruch auf einen Zuschuss zur Krankenversicherung?
Einen gesetzlichen Anspruch nach § 257 SGB V haben nur Beschäftigte, die wegen der Versicherungspflichtgrenze versicherungsfrei sind – 2026 höchstens 613,22 € im Monat inklusive Pflege. Selbstständige Gesellschafter-Geschäftsführer haben keinen solchen Anspruch. Ob und wie die GmbH trotzdem etwas übernehmen kann, ist eine Steuerfrage für den Steuerberater.
Was passiert mit meiner PKV, wenn die DRV doch eine Beschäftigung feststellt?
Liegt dein Jahresarbeitsentgelt unter der Versicherungspflichtgrenze, wirst du gesetzlich pflichtversichert; die PKV kannst du dann binnen drei Monaten rückwirkend kündigen (§ 205 Abs. 2 VVG). Hast du den Statusantrag binnen eines Monats nach Beginn gestellt, warst privat abgesichert und stimmst zu, beginnt die Beschäftigung erst mit Bekanntgabe der Entscheidung (§ 7a Abs. 5 SGB IV).
Lohnt sich die PKV für Gesellschafter-Geschäftsführer?
Häufig dann, wenn du dauerhaft über der Beitragsbemessungsgrenze verdienst, Single bist oder dein Partner eigenständig versichert ist und du gesund eintrittst. Mit Kindern, einem Partner ohne eigenes Einkommen, schwankendem Gehalt oder einer GmbH im Aufbau ist die freiwillige GKV oft die bessere Wahl. Rechne beide Varianten mit deinen Zahlen und plane die Beiträge im Alter ein.
Zählen Gewinnausschüttungen bei der Krankenversicherung des Gesellschafter-Geschäftsführers?
In der freiwilligen GKV ja: Beitragspflichtig sind alle Einnahmen zum Lebensunterhalt bis zur Bemessungsgrenze, also auch Gewinnausschüttungen und Mieten (§ 240 SGB V). In der PKV spielt dein Einkommen für den Beitrag keine Rolle; es begrenzt nur die Höhe des Krankentagegelds.
Quellen
- § 7a SGB IV – Feststellung des Erwerbsstatus – abgerufen 10.10.2026
- § 257 SGB V – Beitragszuschüsse für Beschäftigte
- § 240 SGB V – Beitragsbemessung freiwilliger Mitglieder
- § 188 SGB V – obligatorische Anschlussversicherung
- § 205 VVG – Kündigung des Versicherungsnehmers
- BSG, Urteile vom 14.03.2018 – B 12 KR 13/17 R und B 12 R 5/16 R (Sekundärwiedergabe)
- Niederrheinische IHK: Merkblatt Sozialversicherungspflicht von GmbH-Geschäftsführer/-innen – Stand Juni 2025
- Stiftung Warentest: Private Krankenversicherung im Vergleich (Finanztest 3/2025) – Test vom 19.02.2025
- §§ 196, 197, 206 VVG – Krankentagegeld
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Kranken- und Pflegeversicherung von Gründern, Selbstständigen und GmbH-Geschäftsführern (Stand: 10. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu dir passt, hängt von deiner persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Status- und Steuerfragen sind hier nur allgemein dargestellt; verbindlich entscheiden Deutsche Rentenversicherung, Krankenkasse und Finanzamt. Herausgeber: PKV-Gründer.de. PKV-Gründer.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.