Inhalt (8 Abschnitte)
- Krankenversicherung für Einzelunternehmer: wer wie versichert ist
- Was kostet die GKV als Einzelunternehmer? Der Beitrag folgt dem Gewinn
- Krankheit im Ein-Mann-Betrieb: Krankengeld und Krankentagegeld
- PKV für Einzelunternehmer: was sie bietet und ab wann sie sich rechnen kann
- Ehrlich bewertet: worauf du achten solltest
- Steuer und Buchung: kurz erklärt
- Wenn du Mitarbeiter hast: dein Team und du
- Checkliste für Einzelunternehmer
- Einzelunternehmer, ob Gewerbetreibende oder Freiberufler, sind hauptberuflich selbstständig nicht versicherungspflichtig (§ 5 Abs. 5 SGB V) und wählen zwischen freiwilliger GKV und PKV.
- In der freiwilligen GKV zahlst du 2026 auf deinen Gewinn und alle weiteren Einnahmen: mindestens 286,08 € im Monat (kinderlos, mit Krankengeld), höchstens 1.261,31 €; 2027 bis rund 1.402,50 € (Kabinettsbeschluss 07.10.2026, Bundesrat ausstehend).
- Krankengeld gibt es nur mit Wahlerklärung, ab der siebten Woche und höchstens 135,63 € am Tag (2026); ein privates Krankentagegeld kann früher beginnen und wird nach deinem Einkommen gewählt.
- Wer regelmäßig mindestens einen Arbeitnehmer mehr als geringfügig beschäftigt, gilt als hauptberuflich selbstständig (§ 5 Abs. 5 Satz 2 SGB V).
- Der PKV-Beitrag hängt nicht von deinem Gewinn ab; im Beispiel kann die PKV für 35-Jährige ab etwa 2.800 bis 3.100 € Gewinn im Monat günstiger sein als die GKV (eigene Berechnung, Orientierungswerte).
Als Einzelunternehmer bist du hauptberuflich selbstständig nicht versicherungspflichtig (§ 5 Abs. 5 SGB V) und wählst zwischen freiwilliger gesetzlicher und privater Krankenversicherung. In der GKV bestimmt dein Gewinn den Beitrag: 2026 zahlst du mindestens 286,08 € und höchstens 1.261,31 € im Monat (kinderlos, mit Krankengeld). Der PKV-Beitrag hängt dagegen von Alter, Tarif und Selbstbehalt ab, nicht von deinem Gewinn.
Krankenversicherung für Einzelunternehmer: wer wie versichert ist
„Einzelunternehmer“ ist ein Rechtsbegriff aus dem Gesellschaftsrecht, kein Versicherungsstatus: Du führst dein Unternehmen allein und haftest persönlich, ob als Gewerbetreibender, als eingetragener Kaufmann oder als Freiberufler. Für die Krankenversicherung zählt etwas anderes – ob die Selbstständigkeit hauptberuflich ist.
- Hauptberuflich: Du bist nicht pflichtversichert und entscheidest zwischen freiwilliger GKV und PKV. Endet eine Pflichtversicherung oder Familienversicherung, läuft die GKV zunächst als freiwillige Mitgliedschaft weiter; für den Austritt in die PKV bleiben zwei Wochen ab dem Hinweis der Kasse (§ 188 Abs. 4 SGB V).
- Nebenberuflich: Neben einer Anstellung bleibst du über den Job versichert, der Gewinn ist beitragsfrei (§ 226 SGB V). Die Abgrenzung erklärt der Ratgeber Krankenversicherung nebenberuflich selbstständig.
- Mit Mitarbeitern: Wer regelmäßig mindestens einen Arbeitnehmer mehr als geringfügig beschäftigt, gilt gesetzlich als hauptberuflich selbstständig (§ 5 Abs. 5 Satz 2 SGB V).
Was kostet die GKV als Einzelunternehmer? Der Beitrag folgt dem Gewinn
Bemessungsgrundlage ist der Gewinn laut Steuerbescheid, nicht der Umsatz – plus alle weiteren Einnahmen wie Mieten oder Kapitalerträge (§ 240 SGB V). Du zahlst Kranken- und Pflegeversicherung allein. Die Kasse setzt den Beitrag vorläufig fest und rechnet nach dem Steuerbescheid endgültig ab (§ 240 Abs. 4a SGB V); Nachzahlungen sind möglich, plane also eine Rücklage ein.
| Gewinn im Monat | Beitrag 2026 | Beitrag 2027 (Szenario) |
|---|---|---|
| bis Mindestbemessung (1.318,33 €) | 286,08 € | 302,87 € |
| 2.000 € | 434,00 € | 440,00 € |
| 3.000 € | 651,00 € | 660,00 € |
| 4.000 € | 868,00 € | 880,00 € |
| 5.000 € | 1.085,00 € | 1.100,00 € |
| ab Beitragsbemessungsgrenze (5.812,50 € / 6.375 €) | 1.261,31 € | 1.402,50 € |
Mindest- und Höchstbeitrag für Selbstständige
Kranken- und Pflegeversicherung pro Monat, mit Krankengeld, kinderlos, Zusatzbeitrag 2,9 %
Eigene Berechnung nach §§ 240, 241, 243 SGB V und Rechengrößen 2026; *2027 laut Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026 und Pflegereform-Entwurf (Bundesrat ausstehend), Zusatzbeitrag 2027 als Annahme.
Die Mindestbemessung gilt auch bei kleinem Gewinn – die Mechanik beschreibt der Ratgeber Krankenversicherung bei Kleingewerbe. Den Beitrag für deine Zahlen rechnet der Gründer-KV-Rechner.
Krankheit im Ein-Mann-Betrieb: Krankengeld und Krankentagegeld
Ohne Arbeitgeber gibt es keine Lohnfortzahlung. In der GKV bekommst du nur mit Wahlerklärung Krankengeld: ab der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit, 70 % der Beitragsgrundlage, 2026 höchstens 135,63 € am Tag (§§ 44, 46, 47 SGB V). Die Wahlerklärung kostet 0,6 Prozentpunkte mehr Beitrag und bindet drei Jahre. Die ersten sechs Wochen überbrückst du aus der Rücklage.
Die PKV bietet hier mehr Gestaltungsraum: Beim privaten Krankentagegeld wählst du Tagessatz und Karenzzeit passend zu Fixkosten und Rücklage, etwa ab dem 15., 29. oder 43. Tag. Das Krankentagegeld darf dein Nettoeinkommen aus der Tätigkeit nicht übersteigen (§ 4 Abs. 2 MB/KT). Für Selbstständige nannte Stiftung Warentest im Test vom 15.06.2026 76 bis 150 € im Monat (35 Jahre, 150 € pro Tag ab dem 29. Tag). Alle Optionen im Vergleich: Krankentagegeld für Selbstständige.
PKV für Einzelunternehmer: was sie bietet und ab wann sie sich rechnen kann
Der Zugang hängt nicht von deinem Einkommen ab: Als hauptberuflich Selbstständiger darfst du dich unabhängig von deinem Einkommen privat versichern, vorbehaltlich der Gesundheitsprüfung des Versicherers. Die Vorteile liegen in Leistungen, die vertraglich vereinbart sind – der Versicherer kann die Vollversicherung nicht ordentlich kündigen (§ 206 Abs. 1 VVG) –, in wählbaren Tarifbausteinen wie Chefarzt, Ein- oder Zweibettzimmer und Auslandsschutz (je nach Tarif) und in einem Beitrag, der nicht mit dem Gewinn wächst. Nach der Versichertenbefragung der Patientenvertretung im G-BA (Nov./Dez. 2025, N = 3.970) bekamen 60 % der Privatversicherten, aber 35 % der gesetzlich Versicherten ihren letzten Facharzttermin in weniger als vier Wochen.
| Leistungsniveau (Eintrittsalter 35) | ohne Krankentagegeld | mit 100 € Krankentagegeld/Tag |
|---|---|---|
| Einstieg | ca. 1.930 € | ca. 2.240 € |
| Komfort | ca. 2.810 € | ca. 3.090 € |
| Premium | ca. 3.620 € | ca. 3.880 € |
Lesart: Wer mit 35 Komfortschutz samt Krankentagegeld will, liegt ab etwa 3.100 € Gewinn im Monat im Vorteil; darunter ist die GKV im Beispiel meist günstiger. Warten verschiebt die Schwelle nach oben – der Neukundenbeitrag steigt mit jedem Eintrittsjahr um etwa 1,2 bis 2,7 %. Bei Familie mit mehreren Kindern kann der Vorteil kleiner ausfallen, weil in der PKV jede Person einen eigenen Beitrag zahlt; Kinder sichert die Kindernachversicherung ohne Gesundheitsprüfung, wenn du sie binnen zwei Monaten nach der Geburt anmeldest (§ 198 VVG).
Drei Einzelunternehmer, drei Ergebnisse
Handwerker mit zwei Angestellten: 3.200 € Gewinn im Monat. Er beschäftigt regelmäßig Arbeitnehmer und gilt damit als hauptberuflich selbstständig. In der GKV zahlt er rund 694 € (21,7 %); ein 35-jähriger Handwerker liegt im Beispiel nahe am Break-even des Komfort-Niveaus und lässt beides gegenrechnen.
Online-Händlerin im Vollerwerb: 1.800 € Gewinn im Monat. Hier ist die GKV mit 390,60 € im Beispiel deutlich günstiger als jeder Rundum-Tarif; wächst das Geschäft, lohnt der Vergleich wieder.
Berater mit schwankenden Projekten: 4.500 € Gewinn im Schnitt. Die GKV kostet rund 976,50 € im Monat und folgt jeder Gewinnschwankung – nachträglich, nach dem Steuerbescheid. Ein Tarif mit festem Beitrag und frei wählbarem Krankentagegeld macht seine Kosten planbarer.
Ehrlich bewertet: worauf du achten solltest
- Beiträge werden angepasst: Zum 01.01.2027 betrifft es laut PKV-Verband rund 53 % der Versicherten mit im Schnitt 13,4 % (Verbandsangabe, 15.10.2026). Alterungsrückstellungen (355,4 Mrd. € Ende 2025) und der gesetzliche 10-%-Zuschlag dämpfen die Entwicklung im Alter.
- Gesundheitsprüfung: Vor dem Antrag klärt ein spezialisierter Experte aus unserem Partnernetzwerk auf Wunsch per anonymer Risikovoranfrage, wie Versicherer entscheiden – ohne Gesundheitsangaben online.
- Der Weg zurück: Zurück in die GKV führt meist nur eine neue Versicherungspflicht, ab 55 ist er oft versperrt (§ 6 Abs. 3a SGB V).
- Beitrag fix: Die PKV kostet auch in schwachen Monaten gleich viel – eine Rücklage hilft.
Steuer und Buchung: kurz erklärt
Die eigene Krankenversicherung ist keine Betriebsausgabe, sondern Sonderausgabe in der Einkommensteuererklärung (§ 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG). Geht der Beitrag vom Geschäftskonto ab, bucht der Steuerberater ihn als Privatentnahme: Krankenversicherung als Unternehmer buchen. Die Abgrenzung zu Versicherungen für Mitarbeiter erklärt Betriebsausgabe oder Sonderausgabe. Das sind allgemeine Informationen, keine Steuerberatung.
Wenn du Mitarbeiter hast: dein Team und du
Beschäftigst du Mitarbeiter, trennst du zwei Dinge: deine eigene Absicherung und die deiner Beschäftigten. Für dich gilt alles oben; für deine Angestellten zahlst du als Arbeitgeber den hälftigen Anteil zur Sozialversicherung. Eine betriebliche Krankenversicherung für das Team ist dagegen freiwillig, steuerlich Betriebsausgabe und kann bis 50 € im Monat als Sachbezug bleiben – deine eigene Police gehört nicht dazu. Wer die Mitarbeiter-Absicherung ausbauen will, spricht mit einem Partner-Experten über beides getrennt, damit Tarife und Zuständigkeiten sauber bleiben.
Checkliste für Einzelunternehmer
- Hauptberuflich oder nebenberuflich? Stunden, Gewinn und Mitarbeiter ehrlich einordnen.
- Gewinnprognose für die Kasse begründen und den Steuerbescheid nach Erhalt einreichen.
- Krankengeld oder Krankentagegeld: Rücklage für die ersten Wochen planen.
- Ab etwa 3.000 € Gewinn die PKV gegenrechnen lassen – je früher, desto günstiger der Einstieg.
- Frist beachten: zwei Wochen ab dem Hinweis der Kasse nach Ende der Pflicht- oder Familienversicherung.
Den Überblick für alle Unternehmerformen gibt der Hub PKV für Unternehmer. Deine Einordnung mit Beitrag und Fristen bekommst du im kostenlosen Gründer-KV-Check – ohne Gesundheitsfragen, auf Wunsch mit einem spezialisierten Experten aus unserem Partnernetzwerk, der alle Vor- und Nachteile mit dir bespricht.
Häufige Fragen
Wie ist ein Einzelunternehmer krankenversichert?
Hauptberuflich selbstständige Einzelunternehmer sind nicht versicherungspflichtig (§ 5 Abs. 5 SGB V). Sie sind freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung oder privat versichert. Nebenberuflich Selbstständige bleiben meist über Anstellung oder Familie versichert. Die Pflegeversicherung folgt der Krankenversicherung.
Was kostet die Krankenversicherung für Einzelunternehmer?
In der freiwilligen GKV hängt der Beitrag von deinem Gewinn und deinen übrigen Einnahmen ab: 2026 mindestens 286,08 € und höchstens 1.261,31 € im Monat (kinderlos, mit Krankengeld, Zusatzbeitrag 2,9 % angenommen). Der PKV-Beitrag richtet sich nach Eintrittsalter, Tarif und Selbstbehalt, nicht nach dem Gewinn.
Hat ein Einzelunternehmer Anspruch auf Krankengeld?
Nur mit Wahlerklärung (§ 44 Abs. 2 SGB V). Sie kostet 0,6 Prozentpunkte mehr Beitrag, bindet drei Jahre und gibt Krankengeld ab der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit. Alternativ sichert ein privates Krankentagegeld das Einkommen ab einem frei gewählten Tag ab.
Gelte ich mit Mitarbeitern automatisch als hauptberuflich selbstständig?
Wer regelmäßig mindestens einen Arbeitnehmer mehr als geringfügig beschäftigt, gilt gesetzlich als hauptberuflich selbstständig (§ 5 Abs. 5 Satz 2 SGB V). Die Vermutung kann nur widerlegt werden, wenn die Selbstständigkeit tatsächlich nicht den Schwerpunkt bildet. Verbindlich entscheidet deine Krankenkasse.
Ist die Krankenversicherung für Einzelunternehmer steuerlich absetzbar?
Ja, als Sonderausgabe in der Einkommensteuererklärung, nicht als Betriebsausgabe (§ 10 Abs. 1 Nr. 3, § 12 Nr. 1 EStG). Das gilt für PKV und GKV. Wie du den Beitrag vom Geschäftskonto buchst, erklärt unser Ratgeber zur Buchung im SKR03 und SKR04. Steuerfragen im Einzelfall klärt dein Steuerberater.
Quellen
- § 5 SGB V – Versicherungspflicht (Abs. 5: hauptberuflich Selbstständige) – abgerufen 21.10.2026
- § 240 SGB V – Beitragsbemessung freiwilliger Mitglieder
- § 44 SGB V – Krankengeld, Wahlerklärung
- § 188 SGB V – Beginn der freiwilligen Mitgliedschaft (Abs. 4: Anschlussversicherung)
- § 10 EStG – Sonderausgaben
- § 6 SGB V – Versicherungsfreiheit (Abs. 3a: Rückkehr in die GKV ab 55)
- GKV-Spitzenverband: Grundsätzliche Hinweise zum Begriff der hauptberuflich selbstständigen Erwerbstätigkeit vom 20.03.2019 (über VIACTIV)
- Stiftung Warentest: Private Krankenversicherung im Vergleich (Finanztest 3/2025) – Stand 19.02.2025
- Stiftung Warentest: Krankentagegeldversicherung im Vergleich (15.06.2026) – Stand 15.06.2026
- Bundesregierung: Beitragsbemessungsgrenzen 2027 – Kabinettsbeschluss 07.10.2026, Bundesrat ausstehend
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Kranken- und Pflegeversicherung von Gründern, Selbstständigen und GmbH-Geschäftsführern (Stand: 21. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu dir passt, hängt von deiner persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Status- und Steuerfragen sind hier nur allgemein dargestellt; verbindlich entscheiden Deutsche Rentenversicherung, Krankenkasse und Finanzamt. Herausgeber: PKV-Gründer.de. PKV-Gründer.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.